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Clemens Hoch und Marc Ruland im digitalen Austausch mit Frank Schmidt, Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen

Wie läuft es auf dem regionalen Arbeitsmarkt und was leistet die Agentur für Arbeit in Zeiten der Corona-Pandemie? Das wollten Clemens Hoch, Staatssekretär, und Marc Ruland, Landtagsabgeordneter und SPD-Kreisvorsitzender, von Frank Schmidt, dem Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen im Rahmen einer Digitalkonferenz erfahren. Unterstützend war Manfred Stein zugeschaltet, der als Geschäftsführer aus dem Arbeitsalltag der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jobcenter Koblenz berichtete.

630 Millionen Kurzarbeitergeld

Obwohl die Arbeitslosenquote mit knapp unter fünf Prozent im Vergleich zu vor-Corona-Zeiten verhältnismäßig hoch sei, „sind wir in unserer Region insgesamt gut weggekommen“, berichtete Schmidt. Allerdings hinterließen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch bei uns ihre Spuren. Zwischen 2.000 und 2.500 Menschen seien arbeitslos und die Langzeitarbeitslosigkeit steige. „Mit Mann und Maus“ habe man Anträge bearbeitet und Kurzarbeitergeld – nach wie vor das „Mittel der Wahl“ – bewilligt, um dieser steigenden Tendenz entgegenzuwirken. Mit Erfolg: Das Kurzarbeitergeld sei mit 630 Millionen Euro, das der Region zugutegekommen sei, aktuell auf dem „absoluten Höchststand ever“. Während Handel, Gastronomie und Industrie die Auswirkungen der Pandemie besonders träfen, machte Schmidt das Handwerk als Branchengewinner aus. Hier spüre man bis auf die schon länger bestehenden Nachwuchs-Sorgen kaum Auswirkungen.

„Wir sind schneller geworden.“

Stein berichtete aus dem Jobcenter, dass seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich auch unter Ausnahmenbedingungen mit Hochdruck dafür einsetzten, die Leistungen für ihre Kundinnen und Kunden zu sichern. Nachdem ein persönlicher Kontakt von heute auf morgen nicht mehr möglich war, arbeite die Belegschaft ohne freien Kundenzugang entweder in Einzelbüros oder im Homeoffice. Vieles laufe telefonisch, postalisch oder digital. In Ausnahmenfällen zum Beispiel bei Sprachbarrieren habe man Notfalltermine vereinbart oder Gespräche im Freien geführt. „Nach einem Jahr sind wir mittlerweile geübt. Trotz der Widrigkeiten sind wir schneller geworden, was das Auszahlen der Leistungen angeht“, sagte Stein. „Wir haben die Hoffnung, dass bald wieder mehr persönlich stattfinden kann“, ergänzte er.

Datenschutz verhindert Kontakt zu jungen Menschen

Was die beiden Vertreter der Arbeitsagentur bzw. des Jobcenters besonders bewegt ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Es gebe nicht nur coronabedingt einige Ausbildungsstellen weniger, auch die Kontaktaufnahme mit Schulabgängern und Berufsanfängern sowie Schulen, Eltern und Lehrern gestalte sich schwierig. „Es bereitet uns große Sorgen, dass wir die jungen Leute nicht mehr erreichen“, macht Schmidt deutlich. Berufsberatung oder -orientierung finde nicht mehr statt und dort, wo man sich mit Jugendlichen austauschen könnte – auf den Social Media Plattformen wie Facebook oder Instagram – seien den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus datenschutzrechtlichen Gründen die Hände gebunden.

Diese und weitere Themen versprachen Hoch und Ruland, in Mainz zur Sprache zu bringen. Die beiden SPD-Politiker dankten Schmidt und Stein für den Einblick und drückten ihre Anerkennung und Wertschätzung gegenüber dem Engagement der Arbeitsagentur und des Jobcenters „als Stütze des Jobwunders“ aus.

„Neben Detlev Pilger sind Sie die Einzigen, die mal nachfragen, wie es uns geht, und sich dafür interessieren, wie es bei uns läuft“, zeigte sich auch Schmidt erfreut über den fruchtbaren Austausch und dankte für das offene Ohr.