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Als „Stadtdörfer“ werden Ortsteile von kreisfreien und großen kreisangehörigen Städten bezeichnet, die in der Regel einen dörflichen oder ländlichen Charakter haben. Sie sind mit der Stadt, zu der sie gehören, nicht baulich zusammengewachsen.

Da „Stadtdörfer“ weder Zugang zu den Förderprogrammen der Dorferneuerung haben, noch in die Förderkulisse der Städtebauförderung passen, startete das Ministerium des Innern und für Sport im Jahr 2016 das Modellvorhaben „Stadtdörfer“ in Landau in der Pfalz. Das Interesse an dem Modellvorhaben war und ist sehr groß. Deshalb wurden Anfang 2020 drei weitere Städte ausgewählt, die den Entwicklungsprozess „Stadtdörfer“ bereits begonnen haben. Dazu zählten: Koblenz mit den „Stadtdörfern“ Arenberg-Immendorf, Arzheim und Güls; Ludwigshafen mit den „Stadtdörfern“ Oppau und Edigheim und Trier mit den „Stadtdörfern“ Kürenz, Heiligkreuz und Kernscheid.

Die acht teilnehmenden Stadtdörfer aus Koblenz, Ludwigshafen und Trier konnten ein Jahr lang ihre Projektideen erarbeiten und konkretisieren. Bis Ende 2021 sollen dort dann auch die Förderentscheidungen gefallen sein. Insgesamt stellte das Innenministerium für die Stadtdörfer bisher 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Innenminister Roger Lewentz hatte vor wenigen Tagen die Teilnehmer der dritten und damit abschließenden Runde des Modellvorhabens „Stadtdörfer“ bekanntgegeben. In fünf Stadtdörfern beginnt nun ein moderierter Prozess, der auf die jeweiligen Besonderheiten vor Ort zugeschnitten ist. Ausgewählt wurden hierfür in Andernach die „Stadtdörfer“ Eich und Kell, in Mayen Alzheim und Hausen und in Neustadt an der Weinstraße der Ortsteil Haardt. „Es hat mich sehr gefreut, dass sich so viele Städte mit ihren ‚Stadtdörfern‘ beworben haben. Ich denke, wir haben hier nicht nur im Modellvorhaben, sondern auch für die Zukunft ein Angebot erarbeitet, das angenommen wird“, so Minister Lewentz. 

Im Rahmen des Modellvorhabens werden in der dritten Runde zwei unterschiedliche Ansätze erprobt. Gesucht wurden diesmal kleinere Stadtdörfer oder solche mit besonderen Herausforderungen bei der Innen- und Siedlungsentwicklung.

Lewentz gab die neuen Teilnehmer in Landau bekannt, wo vor fast fünf Jahren die ersten Stadtdörfer starteten durften. Auf den Teilnahmeaufruf im September 2020 zur dritten Runde hatten sich 53 Stadtdörfer aus 11 Städten gemeldet.

Allen interessierten Stadtdörfern, die diesmal nicht mit dabei sein können, soll in den kommenden Jahren der Zugang zu einem Entwicklungsprozess ermöglicht werden. Es gibt bis zu 135 „Stadtdörfer“ mit rund 450.000 Einwohnerinnen und Einwohnern im Land. Das entspricht etwa einem Drittel der Gesamtbevölkerung der kreisfreien und großen kreisangehörigen Städte.

Für Marc Ruland, MdL, war es eine besondere Freude, dass die Andernacher Stadtteile Eich und Kell ausgewählt wurden, zumal er das Thema „Stadtdörfer“ bereits im vergangenen Jahr mit Achim Hütten, Oberbürgermeister, in einem Gedankenaustausch thematisiert hatte. „Ich freue mich, wie aus der Anregung nun nach einigen Gesprächen in Mainz eine Förderung für Eich und Kell realisiert werden konnte“, so Marc Ruland, MdL. Clemens Hoch, Staatssekretär, fügte hinzu: „Ich bin sicher, unsere beiden Stadtteile werden von dieser Förderung profitieren.“