Auf Einladung der SPD Kruft fand kürzlich in der Korretstube in der Krufter Vulkanhalle eine gut besuchte Diskussionsveranstaltung mit Staatsminister Clemens Hoch, MdL, statt. Thema war die geplante Reform des Bestattungsgesetzes in Rheinland-Pfalz, das seit mehr als 40 Jahren unverändert gilt und nun grundlegend modernisiert werden soll.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen vor allem Fragen rund um den geplanten Wegfall der Beisetzungspflicht auf Friedhöfen. Künftig könnten alternative Bestattungsformen möglich werden – etwa das Verstreuen der Asche im eigenen Garten oder in Flüssen wie Rhein, Mosel, Saar und Lahn. Auch die Überlassung der Urne an Privatpersonen oder eine Teilung der Asche wären möglich, sofern eine schriftliche Verfügung des Verstorbenen vorliegt und die benannte Person zustimmt. Fehlen diese Voraussetzungen, bleibt die klassische Friedhofsbestattung bestehen.

Darüber hinaus sieht der Gesetzentwurf weitere Neuerungen vor: die Möglichkeit der Beisetzung von Sternenkindern, eine verpflichtende Obduktion bei unklarer Todesursache von Kindern bis sechs Jahren, sowie eine kostenlose Grabpflege für im Auslandseinsatz gefallene Soldaten – Rheinland-Pfalz wäre damit eines der ersten Bundesländer, das dies regelt.

Wir wollen den Menschen mehr Freiheit geben, selbst über ihre letzte Ruhestätte zu bestimmen“, betonte Staatsminister Clemens Hoch. „Gleichzeitig bleibt es uns wichtig, dass Friedhöfe weiterhin als Orte der Trauer und des gemeinsamen Gedenkens erhalten bleiben. Das Gesetz schafft also neue Möglichkeiten, ohne bestehende Traditionen abzuwerten.“

Auch Bernd Könemund, Vorsitzender der SPD Kruft, zeigte sich erfreut über die offene Diskussion: „Das große Interesse an der Veranstaltung zeigt, wie wichtig den Menschen diese Fragen sind. Es geht um Ethik, Kultur und persönliche Entscheidungen am Lebensende – Themen, die alle berühren. Wir als SPD Kruft wollen diese Debatte in unserer Gemeinde aktiv begleiten.“

Zum Abschluss sicherte Staatsminister Hoch zu, dass bis zur geplanten Verabschiedung im Landtag im Septemberweitere Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden sowie Fachstellen berücksichtigt werden sollen: „Dieses Gesetz ist kein fertiges Werk vom grünen Tisch, sondern lebt vom Dialog.